Immobilien selbst verkaufen in Zeiten der Corona Krise. Was Sie auf jeden Fall beachten sollten

Das Coronavirus hat Österreich noch fest in der Hand. Auch wenn die Zahl der Neuinfektionen deutlich zurückgeht, bleibt unser Leben in den kommenden Monaten stark verändert. Der Weg zur Normalität ist ein langer. 

Wer seine Immobilie vor der Krise verkaufen wollte, wird das auch noch nach der Krise tun. Der Immobilienmarkt bleibt stabil, Einbrüche sind gerade bei Wohnimmobilien nicht erkennbar. Aktuell ist bei Besichtigungen jedoch einiges zu beachten. 

Achtsamkeit ist zur Zeit eine besonders stark gefragte Tugend. Wir geben Ihnen einen Überblick, was Sie beim Planen von Besichtigungsterminen und bei Besichtigungen selbst  beachten sollten. 

Updates zu Corona und wie wir damit umgehen finden Sie hier.

1. Besichtigungen reduzieren und trotzdem einen Käufer finden

Es ist eine eher unübliche Vorgehensweise, doch zur Zeit gilt: “weniger ist mehr”. Vor allem, wenn es um Besichtigungen geht. Ziel soll es sein, so selten wie nur möglich zu besichtigen und im Vorfeld umfassend  zu informieren. 

Tipp: Während bei der Anzahl der Besichtigungen “weniger ist mehr" gilt, sollten die Informationen auf den Onlineplattformen oder in Exposés so umfangreich wie möglich sein.  

Aber zurück zu den Informationen, die Sie mit Leichtigkeit und ohne Zusatzkosten hinzufügen können.


Zusätzliche Fotos: Detailfotos, die man sonst eher weglassen würde, haben zu Corona Zeiten ihre absolute Berechtigung. Während mehr als 15 Fotos normalerweise schon sehr viel sind, können bei einem Einfamilienhaus auch gerne bis zu 30 Fotos online gestellt werden. 

Alternativ können Sie auch die Fotos in eine Art “Foto Exposé” packen und nur ausgewählten Interessenten übersenden.

Mehr Detailfotos können unzählige Zusatzinformationen enthalten, die Interessenten helfen,  ihre Suche auf wenige  Objekte einzuschränken.

Längere Telefonate mit Interessenten: Sie haben vielleicht jetzt ein wenig mehr Zeit für Telefonate zuhause als sonst. Machen Sie Telefontermine mit konkreten Interessenten aus und versuchen Sie, nicht nur über Ihre Immobilie zu erzählen, sondern auch zu erfahren, was die Interessenten eigentlich suchen. Kennen Sie die Suchanforderungen, können Sie diese mit Ihrer Immobilie abgleichen und erkennen schon frühzeitig, ob ein Objekt für jemanden erst gar nicht in Frage kommt.

Haben Sie zum Beispiel eine Wohnung im 4. Stock ohne Lift, wird das für eine Familie mit einem kleinen Kind oder ältere Bewohner nicht die passende Wahl sein. Benötigt ein Interessent fünf Schlafzimmer und hat dein Haus nur drei, ist es ebenfalls fraglich, ob hier ein Besichtigungstermin noch nötig ist. 

Außenbesichtigungen vorschlagen: Hatten Sie bereits mit einem Interessenten mehr Kontakt, können Sie ihm auch gerne eine Außenbesichtigung vorschlagen. 

Der Vorteil ist klar: Sie vermeiden eiinen Besichtigungstermin und der Interessent kann sich über die Nachbarschaft, Infrastruktur und der Außenansicht des Gebäudes einen guten Eindruck verschaffen.


Bekanntgabe der Adresse: Je genauer die Adresse bekannt gegeben wird, desto besser können sich Interessenten über die Lage ein Bild machen. Schließlich gilt Lage, Lage, Lage,  auch zu Corona-Zeiten. Die Hausnummer muss nicht bekannt gegeben werden, die Straße oder Gasse helfen Interessenten schon vorab zu selektieren. 

Tipp: Wollen Sie Ihre Hausnummer nicht verraten, können Sie auch die nächsten zwei Querstraßen angeben. Das hilft vielen Interessenten enorm, die Lage Ihrer Immobilie einzugrenzen.

Grundriss Skizzen anfertigen: Ein Grundrissplan ist ohnedies ein “Must” in jedem Inserat. Trotzdem tun sich viele Interessenten mit Einreichplänen oder Architektenplänen schwer. Sollten Sie die Lust und Zeit dafür finden, eine Skizze anzufertigen, ist das für viele Interessenten hilfreich. 

Eine auf Papier gezeichnete Grundrissskizze mit Einrichtungsvorschlägen, kann genauso beeindrucken wie die digitale Version. Selbst mit einer vereinfachten Skizze ohne Einrichtungsvorschläge ist Interessenten enorm geholfen. 

Tipp: Zeichnen Sie einen kleinen Nordpfeil auf die Skizze. So können Interessenten den Lichteinfall besser abschätzen. 

Videos via Whatsapp: Natürlich sind virtuelle Rundgänge ein absolutes Highlight. Jedoch muss auch hier ein Fotograf vorbeikommen, und es ist mit Mehrkosten von bis zu 700 € zu rechnen. Eine kostengünstige und einfache Alternative bieten Handyvideos. Für besonders interessierte Personen können Sie ruhig einen virtuellen Rundgang der Marke “Do it yourself” mit Ihrem Handy bewerkstelligen. 

Auch ein schöner Ausblick, eine großzügige Einfahrt oder ein besonders charmanter Balkon können mit kurzen Frequenzen präsentiert werden. 10 bis 30 Sekunden können hier einen bleibenden Eindruck hinterlassen. 

Tipp: Drei bis fünf Minuten darf ein Rundgang schon andauern. Suchen Sie sich eine Tageszeit aus, wo das Licht besonders schön in Ihre Immobilie fällt. Versuchen Sie, die Handykamera so ruhig wie möglich zu halten und öffnen Sie Türen schon vor dem Rundgang. Ist der Wäscheständer beseitigt und etwas aufgeräumt, kann das Filmen beginnen. 

Einfach per Whatsapp verschickt, können Sie ohne Zusatzkosten und wenig Zeitaufwand Ihre Immobilie ausgewählten Interessenten auch ohne Besichtigung perfekt präsentieren. 


2. Was Sie bei den Besichtigungen beachten sollten, um sich und Ihre Umgebung zu schützen. 

Wer jetzt besichtigt, hat bereits wesentliche Informationen mit vielen Details und zahlreichen Fotos  Ihrer Immobilie erhalten. Im Idealfall haben Sie schon einen Videorundgang per Whatsapp versendet und ein ausgedehntes Telefonat geführt. Die Besichtigung ist nun für den weiteren Verlauf unausweichlich.

Da sich zeitweise die Vorgaben der Bundesregierungen für die Ausgangsbeschränkungen ändern, informieren Sie sich, ob zur Zeit in deiner Region ein absolutes Verbot besteht.  

Die folgenden Punkte können Sie tun, um sich und Ihre Mitmenschen schützen:


Personen mit Symptomen abweisen: Haben Interessenten Anzeichen einer Erkältung, wie starken Husten und Schnupfen, ist es empfehlenswert, den Termin zu verschieben. Das gilt natürlich auch für Sie, wenn Sie Anzeichen kurz vor dem Termin bei sich selbst bemerken.

Tipp: Im Zweifel sagen Sie den Termin lieber ab. Sie schützen damit sich und die anderen. 

Verzicht auf Händeschütteln: So tief es in unserer Gesellschaft verwurzelt ist, gerade jetzt gilt es eher als “Fauxpas”. Auf Händeschütteln sollte man die kommenden Monate verzichten. Selbst unser Bundespräsident hat hierzu auch schon vor Wochen eine Alternative vorgeschlagen. 


Händewaschen: Bieten Sie den Interessenten an, im Bad die Hände ausgiebig zu waschen. Dass nichts angefasst wird, ist leider unrealistisch, da wir das Tasten als Sinn oft unbewusst einsetzen. 


Mindestabstand: Idealerweise halten Sie Abstand bei dem Rundgang und versuchen Sie, Gespräche am besten im Garten oder großen Räumen mit einem Mindestabstand von zwei Metern zu verlagern. 


Masken: Halten Sie für die Interessenten frische Masken bereit, auch wenn keine Maskenpflicht herrscht. Das wirkt für die meisten sehr aufmerksam und wird als freundliche Geste wahrgenommen.


Fazit

Das Coronavirus ist ernst zu nehmen, jedoch muss man auch wirtschaftliche Interessen abwägen. Darum sollte man besondere Vorsichtsmaßnahmen treffen.

Moderne Technik, etwas mehr Detailinformationen und ein entspanntes Telefonat helfen ungemein, unnötigen Besichtigungsterminen vorzubeugen. 

Mit der nötigen Achtsamkeit lässt sich auch diese Situation gut meistern. Wir hoffen einige wertvolle Tipps gegeben zu haben und wünschen Ihnen viel Gelassenheit und Kraft in dieser Situation.

Überlegen Sie gerade, Ihre Immobilie in Wien und Umgebung zu verkaufen? Jetzt ist die Zeit perfekt für Vorbereitungen. Hier finden Sie unsere Dokumentencheckliste



Von

Sebastian Kampf, B.A.

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